Wir konnten uns eine finnische Sauna unter der Dachschräge nicht vorstellen.

Durch die Glasfront wird das kleine Badezimmer nicht beengter.
In dem Raum stand schon eine Infrarotkabine. Sie sollte einer klassischen finnischen Sauna weichen, und zwar an derselben Stelle: einer kleinen Nische im Obergeschoss, über der die Dachschräge abfällt. Eine vorhandene Öffnung in der Wand verbindet die Nische mit dem Badezimmer, das damit zum Vorraum wird.
Der Bodenaufbau war die eigentliche Aufgabe. Unter der Nische liegt eine Holzbalkendecke, und ein fertiger Boden war im Bereich der künftigen Sauna nicht vorhanden.
Eine Holzbalkendecke ist für eine Sauna grundsätzlich ungeeignet. Estrich lässt sich darauf nicht verlegen, weil das Gewicht punktuell auf die Balken drücken würde. Damit fehlt der Untergrund, auf dem eine Sauna sonst einfach abgestellt wird.
Dazu kommt, dass eine Holzbalkendecke arbeitet. Holz nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab, und es bewegt sich dabei. Eine Sauna steht darauf über Jahre mit einem konstanten Gewicht und heizt den Bereich darüber regelmäßig auf. Beides muss der Aufbau aufnehmen, ohne dass die Kabine sich verzieht oder die Decke unter ihr Schaden nimmt.
Die zweite Schwierigkeit kam von oben: Ein bestehender Deckenbalken senkt die Höhe zusätzlich, und das an einer Stelle, an der die Schräge ohnehin schon Kopfhöhe wegnimmt. Wer hier plant, verteilt nicht Fläche, sondern Höhe.
Wir haben ein eigenes Bodenelement eingebaut. Es liegt auf einer Unterkonstruktion, die das Gewicht der Kabine gleichmäßig über die Balken verteilt, statt es an einzelnen Punkten abzusetzen. Zugleich trennt dieser Aufbau die heiße Kabine von der Holzbalkendecke darunter.
Damit war die Voraussetzung geschaffen, ohne die der Rest nicht funktioniert hätte. Estrich wäre der bequemere Weg gewesen. Er war hier keine Option.
Der Tausch klingt nach einem Austausch auf gleicher Fläche, ist aber ein anderes Bauwerk. Eine Infrarotkabine wärmt über Strahlung, bleibt vergleichsweise kühl und läuft über eine normale Steckdose. Eine finnische Sauna arbeitet mit Temperaturen um 90 Grad, und ein Ofen dieser Leistungsklasse braucht einen eigenen Starkstromanschluss.
Deshalb gehört zu einem solchen Umbau immer der Blick auf die Elektrik, und zwar früh. Wer erst nach der Planung merkt, dass die Zuleitung fehlt, muss Wände öffnen, die gerade fertig geworden sind. Ebenso ändert sich die Anforderung an die Belüftung: Eine Infrarotkabine kommt mit dem Raumklima aus, eine finnische Sauna braucht einen geregelten Luftwechsel.
Bei einer Schräge ist die Ofenposition keine Geschmacksfrage. Warme Luft steigt auf, deshalb braucht der Ofen die Stelle, an der die Decke ihre volle Höhe hat. In dieser Sauna steht er direkt neben der Glastür an der Stirnwand, im höchsten Bereich der Kabine. Von dort steigt die Wärme frei nach oben und wandert unter der Schräge zur Liege.
Die absteigende Seite der Schräge bleibt frei für das, was dort ohnehin am besten passt: die Liegefläche. Wer liegt, braucht keine Stehhöhe.
Die Innenverkleidung besteht aus Mehrschichtplatten, die für den Saunabau entwickelt wurden, mit einem Deckfurnier in Eiche rissig. Die Platten sind großformatig und nahezu fugenlos verlegt. Unsere Ausführung verzichtet vollständig auf Deckleisten, was zwei Dinge bringt: eine ruhige Fläche, auf der die Maserung durchläuft, und einen passgenauen Anschluss an die Schräge, weil kein Profil den Winkel überdeckt.
Gerade in einem kleinen Raum wirkt das. Deckleisten zerlegen eine Wand optisch in Abschnitte, und je weniger Fläche vorhanden ist, desto stärker fällt das auf.
Die Liegeneinrichtung ist aus Erle in Massivholz gefertigt. Erle leitet Wärme schlecht und bleibt deshalb auch bei hoher Temperatur angenehm auf der Haut, weshalb sie im Saunabau seit Jahrzehnten für Sitz- und Liegeflächen verwendet wird. Ihr heller Ton setzt sich sichtbar von der Eiche an Wand und Decke ab.
In der Kehle, wo die Schräge auf die senkrechte Wand trifft, läuft ein durchgehendes indirektes Lichtband. Es zeichnet die Linie der Dachschräge nach und beleuchtet die Fläche, die man von der Liege aus sieht. Direkte Leuchten wären hier genau im Blickfeld.
In der Rückwand sitzt zusätzlich ein Infrarotstrahler für die gezielte Bestrahlung des Rückens. Er ergänzt die finnische Sauna, er ersetzt sie nicht. Die Steuerung liegt außerhalb der Kabine an der Wand neben der Glasfront und ist damit erreichbar, ohne die Tür zu öffnen.
Alle Elemente waren in der Werkstatt vormontiert und auf die Einbausituation angepasst, einschließlich des engen Zugangs. Lieferung und Montage liefen an einem Tag, Anpassungsarbeiten eingeschlossen. Die Vormontage hält Staub und Zuschnitt aus dem fertigen Badezimmer heraus, was bei einem bewohnten Haus mehr wert ist als der eingesparte Tag.
Alle Komponenten arbeiten einwandfrei, auch unter der Schräge. Die finnische Sauna bleibt wartungsfrei, weil kein Verdampfer verbaut ist, der entkalkt werden müsste. Die Technik stammt von einem deutschen Hersteller.
Aus einer Nische mit Infrarotkabine ist eine finnische Sauna geworden, die auf einer Holzbalkendecke steht. Die Glasfront öffnet sie zum Badezimmer, sodass der kleine Raum nicht enger wirkt, als er ist.
Das war eine bewusste Entscheidung in der Planung. Eine geschlossene Holzwand hätte das Bad in zwei Hälften geteilt und beide kleiner gemacht. Durch das Glas bleibt der Blick durchgehend, und die Sauna gibt ihr Licht in den Raum ab, wenn sie in Betrieb ist. Was in einem großen Kellerraum eine Frage des Geschmacks ist, entscheidet auf wenigen Quadratmetern darüber, ob sich der Raum beengt anfühlt.
„Wir konnten uns eine finnische Sauna unter der Dachschräge nicht vorstellen.“
„Durch die Glasfront wird das kleine Badezimmer nicht beengter.“
Beide Sätze stammen von den Bauherren, der erste aus der Beratung, der zweite nach dem Einbau.
„Ein zweites Projekt unter dem Dach, mit einer ganz anderen Schwierigkeit: Traumsauna trotz Dachschräge und Gaube.“
„Sie planen Ähnliches unter Ihrem Dach? Auf unserer Seite Sauna mit Dachschräge finden Sie die Grundlagen, und in unserer Ausstellung in Oberelldorf können Sie Probe liegen.“
Stellen Sie uns Ihre Herausforderungen vor. Wir freuen uns auf ein persönliches Gespräch mit Ihnen.